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Das ist unsere Geschichte |
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Drei Freunde... oder Arne, Andi und der Mini „Du Arne, ich hab` hier nen Unfall-Mini im Hof stehen, der ist zum Ausschlachten eigentlich zu schade. Wenn du Zeit hast komm mal vorbei. Mir ist da so`ne Idee durch den Kopf gegangen.“ So oder ähnlich klang es am Telefon als Andreas seinen Freund Arne im Winter 1997 anrief.„Was hältst du davon, wenn wir mit dem Mini Rallyes fahren?“ fragte Andreas.„Haben wir mit dem eine Chance?“ war Arne noch skeptisch. „Nee, kein bisschen, aber was meinst du was wir dabei einen Spaß haben,“ so Andreas. Doch recht schnell war man sich einig: der Unfall-Mini wird noch mal ‚gemacht’, denn Unfallinstandsetzung sollte für zwei gelernte Karosseriebauer eigentlich kein Problem darstellen. Na ja, es war das Übliche und doch wie immer ein bisschen mehr: beide Kotflügel, Frontblech, Rahmen, Haube, Lampen, Tür und leider hatte sich der Vorbesitzer auch noch unsanft über die A-Säule abgelegt, so dass hier etwas mehr Zuwendung erforderlich war. Aber irgendwann stand der Mini inklusive einer Blitzlackierung bei ca. 0 Grad wieder auf seinen eigenen Beinen. Zwischendurch wurde noch das Getriebe überholt und dem etwas lahmen 1000er Motor mit ein paar Original Cooper-Teilen auf die Sprünge geholfen. Kaufen kann jeder Ja, Geld durfte das alles eigentlich keines kosten, denn Andreas ist mittlerweile zum Studenten mutiert und die finanziellen Ressourcen dementsprechend dürftig. Jetzt ging es an die Rennausrüstung. Hieran wäre das Projekt schon fast gescheitert: ein neuer Käfig kostet ab 800 DM aufwärts und ist leider nicht gebraucht zu bekommen. Also, was tun? Da fiel den beiden auf, dass im DMSB-Reglement eindeutig, aber versteckt, geschrieben steht, dass auch Eigenbauten erlaubt sind. Und schon ging’s los. Bei einer befreundeten Schlosserei wurden vorgeschriebene Rohre geordert und auf der Biegemaschine in die richtigen Formen gebracht. Einschweißen war dann kein Problem mehr, es stellte nur Anforderungen an Geduld und Geschick. Gekostet hat der Käfig dann knapp 250 DM. Und er passt garantiert besser als manch Gekaufter. Das war schon der erste große Erfolg. „Das macht uns so schnell keiner nach“, waren sich die Mini-Bauer einig. Der gelungene Eigenbau hatte Folgen: mittlerweile baut Arne hauptberuflich Überrollkäfige und Zellen. Sitze und Sicherheitsgurte steuerte ein Freund für 150 DM bei, der Unterfahrschutz war an einem Samstag Nachmittag schnell selbst gebaut. Kosten inklusive Verzinken: 30 DM. Katalysatoren sind inzwischen im Motorsport Pflicht. Für einen serienmäßigen Rover-Kat war leider kein Geld da. Bei einem Autoteile-Händler wurde ein fast noch intakter Opel-Kat für umsonst abgestaubt. Leider war das Ding viel zu groß, so wurde der serienmäßige Endtopf durch dieses Monstrum ersetzt und der Ausgang in die Heck-Mitte verlegt. Den guten Sound gab’s kostenlos dazu. Aber von der Optik her sah das ganze noch nicht nach Rallye-Auto aus. Beim Lackieren eines Mopeds für einen guten Freund gefiel die dafür vorgesehene blaue Farbe: sie erinnerte an das Blau der Union-Jack und wurde in einem Arbeitsgang sowohl für das Zweirad, als auch für den etwas größeren vierrädrigen Freund verwendet. Verziert wurde das Ganze noch mit einigen Karos; kostensparend aus dem Mülleimer einer Werbeagentur. Und auf einmal war der Rallye-Mini doch fertig. Ein Sponsor, der das Startgeld zahlt war auch schnell gefunden: für Arnes Vater, Optiker und in jungen Jahren selbst motorsportlich aktiv, war das Ehrensache. Der Start zur ersten Veranstaltung rückte näher, leider waren sich Arne und Andi immer noch nicht einig wer fährt und wer auf dem heißen Sitz Platz nehmen darf. Dies ist bis heute so geblieben. Die Lösung des Problems: beide wechseln sich von Veranstaltung zu Veranstaltung ab. Diese unkonventionelle Vorgehensweise hat enorme Vorteile: jeder kann verstehen, wenn der andere sich einmal verbremst oder aus seinem Aufschrieb raus kommt. Für „reine“ Fahrer ist es kaum nachzuvollziehen, wie man Fehler machen kann, wenn man „nur“ daneben sitzt. Gefahren werden -mittlerweile schon im fünften Jahr- nationale Rallyes mit meistens 6 Wertungsprüfungen. Das macht dann im Schnitt 30 Kilometer mit Helm und Vollgas. Die Konkurrenz ist übermächtig: Golf GTI und Co, denn die kleinen Klassen wurden wegen mangelndem Interesse abgeschafft. Von daher ist nicht viel zu gewinnen, aber wer die drei schon mal in Aktion gesehen hat, merkt schnell, dass sie mit vollem Einsatz unterwegs sind. Fehlende Motorleistung wird durch absolute Kampflinie und viel Mut wett gemacht. Getreu dem Moto finnischer Schotterspezialisten: „Wer später bremst hat länger Gas!“ Und mal ehrlich, braucht es 150 PS um Spaß zu haben? Oder um das späte Bremsen zu erlernen? Außerdem wirkt die Geschwindigkeit im kleinen Mini ja sowieso viel schneller. Eigentlich waren nur Asphalt-Rallyes geplant, die tun dem Auto weniger weh. Aber inzwischen sind die drei auf den Schotter-Geschmack gekommen und liefern auch auf losem Geläuf eine tolle Show. Das Fahren ist ohne Zweifel das Schönste an der Sache. Was aber auch schön ist, ist das Lesen der Tageszeitung am Montag Morgen. Besonders wenn sich darin ein großer Bericht über den Sieger der am Wochenende gelaufenen Rallye befindet, und des öfteren als letzter Satz zu lesen ist: „... Publikumslieblinge waren jedoch erneut Arne Caspers und Andreas Werner, die auf ihrem kleinen Mini den Großen wieder mal die Show stahlen.“ Auch in Zukunft Mini Bleibt noch der Blick in die Zukunft: Wenn Andreas mit seinem Studium fertig ist und vielleicht mal Geld verdient, würden sie gerne große Veranstaltungen –auch im Ausland- fahren. Am liebsten mit einem 1300er Einspritz-Cooper. Nach einem Totalschaden mit Brief und gutem Motor suchen die Zwei jetzt schon: „Irgendwo muss doch so einer rumstehen – selbst wenn er sich unsanft über die A-Säule abgelegt hätte...“. So stand es hier ungefähr sechs Jahre. Dann Ende 2003 war es soweit: eine 1.3i Einspritzkarosse ohne Motor, stand in der Werkstatt und wurde über Winter nach Gruppe A Reglement aufgebaut.
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