| Eifel Rallye Daun | ||
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„Wie viel Luft,“ fragt Arne, einer von vier Schraubern ganz knapp. „1,8 vorne, 1,6 hinten, Fünfzehn Liter Benzin, Bremsflüssigkeit wechseln, Bremsbeläge vorne tauschen, Öl- Wasser kontrollieren und den Lampenbaum montieren,“ ist meine knappe Antwort und Arbeitsauftrag für die nächsten zwanzig Minuten Servicezeit. Aber langsam, was ist passiert, wo sind wir überhaupt? Wir befinden uns gerade bei der Eifel Rallye in Daun. Einem Lauf zur deutschen Rallye Meisterschaft, der ersten Bundesliga des Rallyesports. Hier kämpfen fast achtzig High-Tech Autos um Sekundenbruchteile. Mittendrin zwischen den Boliden sind wir. Das sind vier hochmotivierte Schrauber, Günter Kirberg (Dormagen bei Köln) als Co-Pilot, ein Gruppe A Mini und ich Andreas Werner. Für mich ist es der erste Start bei solch einer großen Veranstaltung. Obwohl ich schon seit sechs Jahren kleine Rallyes fahre, bin ich aufgeregt wie ein kleines Kind an Heiligabend. Kein Wunder, denn eine solche Veranstaltung stand schon lange ganz oben auf meinem Wunschzettel. Die Vorbereitungen begannen bereits vor einem Jahr. Es wurde in Eigenregie ein neues Sportgerät aufgebaut. Das Alte hatte schon sechs Jahre auf dem Buckel und entsprach auch nicht mehr dem aktuellen Reglement. Gerade haben wir die ersten zwei Wertungsprüfungen hinter uns gebracht und stehen im Service Park in unserem Zelt. Nebenan schraubt hektisch die Opel Mannschaft an ihrem Corsa Super 1600 herum. Man hört unser Stromaggregat brummen, die Schlagschrauber rattern, hektisches Stimmengewirr: Geräusche die für Fans wie Musik klingen. Binnen kürzester Zeit finden sich zahlreiche Zuschauer ein, die unser Treiben gespannt beobachten. Sogar ein kleines Kind tritt an mich heran und fragt mit leuchtenden Augen nach einem Autogramm. Und irgendwie ist das alles noch viel spannender und wundervoller als ich es mir gedacht und erhofft hatte. „Wir müssen fahren,“ ruft mein Beifahrer. Ich laufe nochmals schnell in die Büsche um meine Notdurft zu verrichten, ich schätze zum zehnten Mal an diesem Tag. Und schon geht´s weiter. Die nächsten zwei Prüfungen werden im dunkeln absolviert. Wahnsinn, der eben montierte Lampenbaum macht Taghell. Es klappt alles wie am Schnürchen, das Auto läuft wie ein Uhrwerk. Nur die Bremsen sind mit den extremen Belastungen ein wenig überfordert, aber das haben wir auch bald im Griff. Sechszehn Wertungsprüfungen über hundertsechzig Kilometer und gut 28000 Zuschauer sind die nackten Eckdaten der zwei Rallyetage. Enge verwinkelte Eifelsträßchen, breite High-Speed Pisten durch dichten Wald und viele kleine Ortsdurchfahrten mit Zuschauermassen am Rand. Das beschreibt den wundervollen Charakter noch etwas besser als die blanken Fakten. Die direkten Klassengegner sind mächtig: ein schneller Suzuki Swift und ein giftiger Peugeot 106. Alleine von der Papierform dem kleinen Mini weit überlegen. Trotzdem gelingt es uns immer wieder Klassenbestzeiten zu fahren. Besonders dann wenn die Strecke etwas enger und eckiger wird ist unser Mini in seinem Element. Auch wenn wir im Endeffekt das Nachsehen haben. Doch das ist nebensächlich. Alleine das unbeschreibliche Gefühl als der Sprecher uns beim Zieleinlauf empfängt: „Und hier kommt der absolute Publikumliebling der letzten zwei Rallye Tage. Andreas wie war´s?“ Im nächsten Moment bekommt man ein großes Mikrofon vor den Mund gehalten und es sprudeln mit zitternder Stimme die tollen Eindrücke und Erlebnisse aus einem heraus. Das ist der Moment in dem man den ganzen Streß des letzten Jahres vergisst und die Anspannung wie ein Stein von einem abfällt. Feuchte Augen inklusive. Lustig ist auch die späte Siegerehrung. Dort finden sich alle Teilnehmer geschniegelt und gebügelt im Rallyezentrum ein. Außer dem Mini Team. Die Fahrer verschwitzt in ihren Fahreranzügen und die Schrauber in ihren öligen Blaumännern. Aber das breiteste Grinsen von Allen haben wir. Naja, Mini-Fahrer sind eben doch anders. |
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